Donnerstag/Auffahrt 30. Mai 2019

Bei prächtigem Wetter war unser erstes Ziel also die Pressnitztalbahn. Wir deckten uns im Bahnhof Dresden noch mit Reiseproviant ein, lösten ein Sachsen-Ticket, eine Tageskarte für die Grossregion und fuhren mit der MRB-Grinsekatze nach Flöha, wo wir auf einen DB-Triebwagen ins Pressnitztal umstiegen. Das wollten an diesem Feiertag viele andere und auch viele mit Velos auch, was zu einem grossen Gedränge im Zug führte. Bei jedem Bahnhof talaufwärts, wo wir dachten, jetzt steigen dann sicher welche aus, kamen noch weitere Fahrgäste, oft mit Velos, dazu. Voll gepfercht fuhren wir bis Wolkenstein und verloren bei jedem Halt weitere Minuten. Doch der Anschlussbus in Wolkenstein wartete zumindest auf uns. Ein historischer Fleischer-Bus aus 60er DDR-Produktion fuhr uns dann durch liebliche Frühlingslandschaft das Tal hinauf nach Steinbach. Unser Chauffeur war offenbar ein Gast-Fahrer, denn er liess sich den Weg von einem Beifahrer beschreiben, und bei der Abfahrt hatte er etwas Mühe mit der Wagenbremse. Dies trug auch nicht gerade zum Einholen der Verspätung bei, und so war unser Anschlusszug in Steinbach längst abgefahren, als wir dort eintrafen. Doch der nächste Dampfzug kam schon bald und brachte uns eine Stunde später nach Jöhstadt, wo wir eine Mittagspause einlegten und den zweiten Zug abwarteten, um mit ihm wieder talabwärts zu fahren. Zurück in Steinbach mussten wir noch etwas auf den Bus warten und leisteten uns dafür ein Bier übers Gleis, ääh über die Gasse. Als er eintreffen sollte, stand ihm auf dem extra beschilderten Wendeplatz ein weisser Reisebus im Weg und es dauerte ein wenig, bis sich die beiden nicht mehr in die Quere kamen. Wir hatten es inzwischen eh aufgegeben, unser ursprüngliches Unterfangen, auch noch die Fichtelbergbahn zu besuchen, zu verfolgen, denn wir waren dem Plan schon etwa drei Stunden hintendrein. Wenigstens klappte der Anschluss in Wolkenstein, und der Zug war voll, aber nicht so voll, dass man keinen Sitzplatz mehr bekam, und die Velos fehlten vollkommen, die fuhren jetzt wahrscheinlich talwärts auf der Strasse… In Flöha wechselten wir wieder auf den MRB-Regionalexpress Dresden, doch der Spuk war noch nicht vorüber, in Freiberg blieb der Zug nochmals fast 20 Minuten stehen wegen eines Notarzteinsatzes in unserem Zug. Wir schlenderten durch die bereits bekannte Einkaufsstrasse zurück zum Hotel, mochten zum Znacht nicht mehr weit gehen und landeten deswegen gleich über den Kirchplatz bei einem weiteren Italiener, Lage besser, Service und Food (die hatten nicht mal Risotto) jedoch weniger gut als gestern.

Wir haben aus diesem Tag folgende Lehren gezogen:

  • unsere Pläne sind manchmal zu ambitiös, weniger wäre mehr
  • keine knappen Minutenanschlüsse zwischen historischen Fahrten planen, es kann immer was Unerwartetes passieren
  • keine umfangreichen Ausflüge mehr am Auffahrtstag in Deutschland

Tinus Erlebnisse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.