Freitag, 29.12.2017

21:00 in Perth (14:00 in der Heimat)

Ziemlich genau 26 Stunden von Tür zu Tür hat meine Reise gedauert. Gestartet bin ich am Donnerstag Vormittag um zehn nach zehn, als ich von zuhause Richtung Bahnhof abmarschierte. In Bern gesellten sich dann noch mein Schwager Ralph und meine Nichte Sharleen dazu, endlich werde ich mal von jemandem an den Flughafen begleitet! Dort trafen wir kurz nach Mittag ein. Da ich mir Business Class geleistet habe, dauerte das Anstehen nicht lange, bis ich meinen Koffer abgeben konnte. Anschliessend reichte es noch für einen Abschiedstrunk in der Bye-Bye-Bar, danke Sharleen und Ralph, dass Ihr mich begleitet habt!
Von nun an gehts allein weiter, mit der Shuttle-Bahn fahre ich zum Dock E hinaus, wo man schon bald in den Flieger einsteigen kann. Ich mache es mir in meinem „Abteil“ gemütlich, kaum habe ich mich einigermassen eingerichtet, wird auch schon ein Glas Champagner serviert. Pünktlich wird der A380 abgedockt und zurück gestossen, allerdings nur bis zur Enteisungsmaschine. Nun wird eine rote Brühe über die Flügel gespritzt (erlebe ich das erste mal), und zwar so intensiv, dass auch die Fenster zugespritzt werden. Für den Start sehe ich also schon mal nicht viel. Statt über die Stadt Zürich geht es übrigens gegen Bülach zu und mit einer engen Rechtskurve dann Richtung Osten. Mit zunehmender Geschwindigkeit werden die Fenster sauberer, nun sind wir schon über den Wolken an der Sonne! Der Flugkapitän ist erstaunlicherweise ein Schweizer, noch mehr beeindruckt mich die Durchsage, dass die 17 Flugbegleiter/innen an Bord 22 Sprachen sprechen würden. Auch das Essen schmeckt vorzüglich, draussen wird es schon bald dunkel. Über Konfliktherde dieser Welt wie Türkei/Kurdistan oder Iran fliegen wir Richtung Dubai, ohne zu merken, was sich da unten alles abspielt… Zum Schluss gehts quer über den Persischen Golf, wo man gespenstisch die Gasfackeln der vielen Ölquellen/Bohrtürme brennen sieht, hinein in das riesige Lichtermeer von Dubai, wo wir noch eine halbe Stunde vorzeitig ankommen.

Nun habe ich also fast dreieinhalb Stunden Zeit bis zu meinem Weiterflug. Hunger habe ich nicht viel nach diesem feinen Essen im Flieger, also schaue ich mir erst mal an, was es so alles im Duty Free-Angebot gibt. Danach suche ich die Lounge auf, welche man fast nicht findet, so gross ist sie, sie erstreckt sich nämlich in einem oberen Stockwerk über der gesamten Duty Free-Zone, mit direkten Zugängen zu allen Gates, riesig. Ich gönne mir trotzdem einen Snack und versuche, mich für einen ersten Zwischenbericht einzuloggen, was aber misslingt, das WLAN hier ist sehr, sehr, seehr langsam/träge, was ich jetzt nicht erwartet hätte. Also lese ich halt ein wenig, denn viel gibts sonst nicht zu sehen mitten in der Nacht in diesem sonst ultramodernen Terminalgebäude. Eine halbe Stunde vor der Abflugzeit kann man dann einsteigen, in den Flieger nach Perth. Und man wäre auch pünktlich um 2:55 abflugbereit, doch wegen „Airport Instructions“ verbleiben wir für den Moment am Dock. Erst drei Viertelstunden später werden wir endlich losgelassen und heben genau eine Stunde verspätet für den ca. zehnstündigen Flug ab, nicht ohne noch eine Ehrenrunde über/um Dubai und den Burj Khalifa, das höchste Gebäude der Welt, zu drehen! Grandioser Ausblick! Nach dem Morgenessen wird geschlafen, ich erwache erst wieder zum Mittagessen und als es draussen schon wieder hell ist. Nun wird auch klar, warum wir zurückgehalten wurden. Mit über 1050 km/h und etwa 110 km/h Rückenwind düsen wir Richtung Perth, wo wir dann auch praktisch rechtzeitig ankommen, sonst wären wir ja zu früh dort gewesen… Mit elektronischem Pass und vorbereiteter Immigraton-Card geht die Einreise recht zügig voran, und nachdem ich das Gepäck behändigt habe, werde ich auch nicht noch gross mit Fragen über Aufenthalte in der Landwirtschaft oder Drogenbesitz belästigt sondern direkt zum Ausgang geleitet. Nachteil, es gibt keinen Stempel mehr in den Pass, schade. Mit dem Airport-Bus gehts dann in die Innenstadt von Perth, angenehm warm ist es hier, noch paar hundert Meter zu Fuss, und um 19:15 stehe ich in der Lobby des Hotel Ibis, bekomme ein ansprechendes Zimmer im sechsten Stock und stehe erst mal unter die Dusche…..

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