Samstag, 13.01.2018

Nach zwei Übernachtungen verliess ich heute das nette Ocean Village in Denham. Auch diesen Morgen schlenderte wieder eine Emu-Familie der Strasse vor dem Village entlang auf Futtersuche, schon fast ein gewohntes Bild. Bevor es für mich richtig losgehen konnte, musste ich noch tanken und Kaffee besorgen. Ein erster Stopp dann schon kurz nach der Dorfgrenze für einen Lookout mit Blick zurück Richtung Denham. So gings weiter, jetzt nahm ich mir die Zeit für all die Attraktionen und Aussichtspunkte entlang der Strecke. Eagle Bluff, wo man unten im seichten Wasser Haie herumschwimmen sah, Shell Beach, ein meilenweiter weisser Strand aus Milliarden kleinster Müschelchen (NICHT präsentiert für Sie von Shell). Hier wurde mir erstmals bewusst, wie heiss es morgens um halb Zehn eigentlich schon war, nämlich über 30 Grad. So wurde in der Folge auch der Sonnenschutz sehr intensiviert, seit etwa vorgestern ist eh am Abend auch After-Sun-Lotion im Einsatz. Mich hats ziemlich an der einen Hand erwischt, die dauernd am Steuerrad hängt. Im Overlander-Roadhouse ergänzte ich zudem meine Wasservorräte um mehrere gekühlte Flaschen, jetzt kam ein längerer Abschnitt ohne grössere Attraktionen. Nur am Billabong-Roadhouse stoppte ich nochmals kurz. Ich bin ja sonst überhaupt nicht so der Lastwagen-Fan, aber diese Road-Trains sind schon recht eindrücklich, und in Billabong standen zwei sehr ausgewachsene Exemplare, die mussten noch kurz fotografiert werden.

Nach 120 weiteren Kilometern dann der Abzweig zum Kalbarri Nationalpark, meinem nächsten Ziel. Die Temperatur stieg während der Fahrt weiter und erreichte jetzt schon über 40 Grad! Die Eingänge Australischer Nationalparks sind nicht überall mit Rangern besetzt. Fürs Bezahlen der Parkgebühr gibt’s verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise System Billettautomat in Form einer umgerüsteten Parkuhr, man kann da sogar mit Karte bezahlen. Der Hintereingang von Kalbarri hat nur einen Dispenser von Couverts, in welche man die entsprechende Gebühr stecken und das ganze in eine Art sicheren Briefkasten werfen kann. Die Kopie der Couvertabdeckung gilt dann als Ticket. Dumm nur, wenn man wie ich nicht passend Münz hat. So opferte ich für die immerhin 13$ Gebühr halt eine 20$-Note, ist ja für einen guten zweck. Von zwei Aussichtspunkten aus hat man schönen Überblick über den Canyon des Murchison Rivers, der sich vielfarbig in die sonst recht flache Landschaft eingegraben hat. Zu zwei weiteren nördlicher gelegenen Lookouts führt laut meinem schlauen Reisebuch nur eine nicht asphaltierte Piste, nicht ratsam für Nicht-4WD-Fahrzeuge. Beim Eingang war sie allerdings noch geteert, neugierig wie ich bin, folgte ich der Strasse mal, um zu schauen, wie weit es geht, schliesslich wollte ich noch ein wenig etwas fürs Geld 😉 . Nun, der Asphalt reichte schon mal bis zum einen Lookout, damit hatte ich nicht und entsprechend auch keine Zeit einberechnet, pro Weg waren das immerhin 26 Kilometer! Egal, die Temperaturen bewegten sich inzwischen um die 42 Grad! Auf einem kurzen Trail von 500m konnte man zu einem «Natural Window» laufen, was ich natürlich tat, beim Rückweg merkte man dann schon, dass es etwas heiss ist. Im normalen Leben würde ich mir wahrscheinlich sowas nicht antun. Aber es hat sich gelohnt, grandiose Aussichten und Bilder von diesem Fenster aus! Weiter zum anderen Lookout, Klimaanlage im Auto auf Volltouren. Hier sind nur die letzten hundert Meter noch ungeteert, der Fussweg zum Aussichtspunkt dafür 600m pro Weg. Sollte ich? Ja, auch wenn ich da weit und breit der einzige Besucher war, ein gewisses Risiko ging schon mit. Aber auch hier hat es sich wegen des Ausblicks tatsächlich gelohnt! Heil erreichte ich wieder das Auto, zum Glück hatte ich immer noch genug Wasser, wenn auch nur noch lauwarm bis halb kochend. Zeitlich leicht im Verzug fuhr ich nun zur Ortschaft Kalbarri, welche vorne an der Küste liegt und ausser dem Park-Headquarter nicht viel zu bieten hat. Entlang der Küste gäbe es noch einige Felsformationen zu sehen, doch die übersprang ich jetzt mal, es war einfach zu heiss, maximal hat das Thermometer im Auto mal kurz 44° angezeigt. Den letzten Abschnitt bis Geraldton zog ich dann durch, am Ziel war es «nur» noch 29°. Nach dem Bezug des Zimmers im Best Western Motel Hospitality Inn lockte noch der Pool gleich gegenüber meiner Türe. Zwei Runden schwimmen, anschliessend unter die Dusche, und der Schweiss des Tages war weggewaschen. Nachtessen gab es schliesslich im hauseigenen Restaurant «Emerald Room», endlich mal ein richtiges Steak!

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