Mittwoch, 29. Mai 2019

Wir hatten noch was nachzuholen vom zweiten Tag, so änderten wir heute kurzerhand die Hinreise nach Zittau und fuhren statt direkt nochmals nach Bad Schandau, die Elbstrecke ist ja immer wieder spektakulär. Weiter gings im sofortigen Anschluss mit der Nationalparkbahn U28, einem DB-Zug mit CD-Personal nach Sebnitz und über die Grenze nach Rumburk in Tschechien. Der Zugbegleiter konnte uns sogar ein FIP-Anschlussbillett für die CD verkaufen, denn wir hatten natürlich keine Freikarte dabei, weil wir diese Schlaufe nicht geplant hatten. Unterwegs mussten wir in Mikulášovice dolní nádraží noch den Zug wechseln, da man hier wegen einer grösseren Baustelle nicht kreuzen konnte, also fuhren beide Züge an das eine verbleibende Perron und die Fahrgäste kreuzten sich auf ein paar Metern Fussweg. Keine Verspätung, alles durchgeplant. Ab Rumburk fuhren wir dann mit einem Triebwagenzug der CD noch weitere zehn Minuten in die Tschechische Republik hinein bis nach Rybniště, wo ein Anschlusszug von Trilex nach Zittau auf uns wartete. Wir lösten beim chinesischen Zugbegleiter gleich eine Tageskarte, da wir heute noch mehr mit dieser Privatbahn zu fahren gedenkten. Nach wenigen Kilometern und zurück über die Grenze erreichten wir Zittau, das im Dreiländereck D-PL-CZ liegt. Zum Zmittag gabs eine feine Suppe namens Soljanka in der Bahnhofsgaststätte, eher ein Bistro. Nun besuchten wir die  Zittauer Schmalspurbahnen mit einer Hauptstrecke nach dem Kurort Oybin und einer Zweigstrecke nach dem Kurort Jonsdorf. Der Fahrplan ist so ausgeklügelt, dass man beide Zweige mit zwei verschiedenen Zügen befahren kann, dabei gibt’s im Abzweigbahnhof Bertsdorf etwa alle zwei Stunden eine attraktive Parallelausfahrt der beiden Dampfzüge. Wir reisten zuerst nach Oybin, wo ein kleines Museum der Zitauer Bahnen geöffnet hatte. Von dort wieder über Bertsdorf nach Jonsdorf benützten wir dann einen Zug mit prächtig restaurierten alten Wagen. Von Jonsdorf gings dann mit Umsteigen in Bertsdorf wieder zurück nach Zittau. Wir stärkten uns nochmals kurz beim schon bekannten Bahnhofbistro mit einer Bratwurst. Zum Glück, denn eigentlich sollte es einfach noch mit einem Trilex-Zug „heim“ nach Dresden gehen, und wir rühmten schon unser ausgeklügeltes Programm. In Bischofswerda war dann jedoch Ende der Fahrt wegen eines Personenunfalls auf der Strecke, ohne grosse Vorankündigung wurden wir auf den Bahnhofplatz hinaus komplimentiert, wo Ersatzbusse fahren sollten. Es kam aber keiner und die Information war ziemlich mies, unverständlich und unterschiedlich. Etwa 40 Minuten später, ein grosser Teil der Leute hatte sich schon irgendwie selber organisiert, kam dann endlich ein einziger Bus, der uns 18.54–19.12 etwa 15 km zum nächsten Bahnhof Arnsfeld brachte. Dort standen zwar zwei Züge des Anbieters Trilex, doch niemand konnte sagen, ob und welcher Zug nun nach Dresden fahren würde. Arg dran waren auch die Reisenden der Gegenrichtung, von denen etwa vier-fünfhundert auf den einen Bus wollten. Es dauerte fünfzig weitere Minuten, bis sich was tat was und sich endlich ein Zug Richtung Dresden bewegte. Wir hätten bei uns schon längst die Umläufe angepasst und auf dem befahrbaren Streckenteil (von immerhin etwa 30 km) den Fahrplan zumindest aufrecht erhalten, dies hier war also gar keine grandiose Leistung! Die Verspätung erhöhte sich noch, weil wir vor dem Endbahnhof lange vor Signal standen (O-Ton Lokführer: „der Fahrdienstleiter will nicht mit mir sprechen“). Um 20.33 statt 18.58 kamen wir endlich im Dresdner Hauptbahnhof an, ziemlich geschafft. Wir hatten aber noch Hunger und kehrten deshalb in einer Einkaufsstrasse bei einem Italiener zu leckeren Spargel-/Lauch-Nudeln bzw. Spaghetti ein. Nach einem erneut sehr langen Tag waren wir nun ziemlich müde. Ausserdem gehts auch morgen wieder früh raus, volles Programm also.

Tinus Sicht der Dinge

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